Hat Peru eine Erbschaftssteuer?
Nein. Peru kennt keine Erbschaftssteuer im engeren Sinn.
Wer in Peru eine Immobilie erbt, bezahlt keine Steuer, nur weil er erbt. Die Übertragung der Immobilie infolge eines Todesfalls wird nicht wie ein Verkauf behandelt. Sie gehört zum Erbrecht und zu den Eintragungsformalitäten.
Das ist ein wichtiger Unterschied zu manchen europäischen Ländern, in denen Erben je nach erhaltenem Betrag und Verwandtschaftsgrad besteuert werden können. In Peru ist das zentrale Thema die rechtliche Bereinigung des Eigentums: die Erben anerkennen lassen, die Erbschaft eintragen und dann die Inhaberschaft der Immobilie im Grundbuch (SUNARP) übertragen.
Solange diese Dokumentenkette nicht vollständig ist, können die Erben Schwierigkeiten haben, die Immobilie zu verkaufen, zu vermieten oder zu verwalten.
Was trotz fehlender Steuer kosten kann
Auch ohne Erbschaftssteuer verursacht eine Immobilienerbschaft in Peru Kosten. Die wichtigsten Posten sind in der Regel:
- Bescheinigungen über Tod, Erbschaft oder Testamente
- Beizug eines Notars oder in manchen Fällen eines Richters
- Eintragung der Erbschaft bei der SUNARP
- Übertragung ins Grundbuch
- Anwaltshonorare
- Amtliche Übersetzung ausländischer Dokumente
- Apostille oder Beglaubigung Schweizer Dokumente
- Vollmacht, wenn die Erben nicht nach Peru reisen können
- Allfällige Bankgebühren im Zusammenhang mit der Abwicklung der Erbschaft
Diese Kosten unterscheiden sich stark von einer proportionalen Erbschaftssteuer. Sie hängen von der Komplexität des Dossiers, der Zahl der Erben, dem Vorhandensein eines Testaments und internationalen Elementen ab.
Fall Nr. 1: in Peru Ansässige oder in Peru lebende Familie
Für eine in Peru ansässige Person wird die Erbschaft im lokalen Rahmen abgewickelt.
Gibt es ein gültiges Testament, folgen die Erben dem testamentarischen Weg. Gibt es kein Testament, muss eine gesetzliche Erbfolge (sucesión intestada) durchlaufen werden, ein Verfahren, mit dem die gesetzlichen Erben offiziell anerkannt werden.
Dieses Verfahren kann auf notariellem Weg durchgeführt werden, wenn die Situation einfach und unstrittig ist. Ist das Dossier umstritten, kann es den Gerichtsweg nehmen.
Sobald die Erben anerkannt sind, muss die Erbschaft bei der SUNARP eingetragen werden. Bei einer Liegenschaft ist ein weiterer Schritt wesentlich: die Erben als neue Inhaber im Grundbuch erscheinen zu lassen.
Die Sucesión indivisa
Wirft die Immobilie zwischen dem Todesfall und der endgültigen Aufteilung Mieten ab, kann die Erbschaft eigene steuerliche Pflichten haben. In Peru spricht man von der sucesión indivisa (ungeteilte Erbengemeinschaft). Die Einkünfte bestehen steuerlich weiter, bis die Erben bestimmt und ihre Anteile festgelegt sind. Danach deklariert jeder Erbe die Einkünfte, die seinem Anteil entsprechen.
Fall Nr. 2: Schweizer Investor mit Immobilie in Lima
Für einen Schweizer Investor teilt sich die Frage in zwei Ebenen.
Peruanische Ebene
Die Immobilie liegt in Lima: Die peruanischen Formalitäten gelten. Die Erben müssen bei der SUNARP anerkannt und als Eigentümer eingetragen werden. Das Fehlen einer Erbschaftssteuer in Peru beseitigt diesen Schritt nicht. Internationale Elemente (Schweizer Dokumente, nicht ansässige Erben) bringen zusätzliche Schritte mit sich: Apostillen, amtliche Übersetzungen, Vollmachten.
Schweizer Ebene
War der Verstorbene in der Schweiz steuerlich ansässig, können Schweizer Regeln zum Tragen kommen. Die Schweiz kennt keine Erbschaftssteuer des Bundes, doch die Kantone wenden ihre eigenen Regeln an. Die Behandlung hängt vom Kanton, von der Beziehung zwischen dem Verstorbenen und den Erben und von der Art des übertragenen Vermögens ab.
Ehegatten oder direkte Nachkommen sind oft befreit oder sehr günstig gestellt, doch diese Regel muss Kanton für Kanton geprüft werden. Für entferntere Erben kann die steuerliche Belastung beträchtlich sein.
Steuerabkommen Schweiz–Peru
Die Schweiz und Peru haben ein Doppelbesteuerungsabkommen auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen abgeschlossen (in Kraft seit dem 10. März 2014). Es gibt jedoch kein spezifisches Erbschaftssteuerabkommen zwischen den beiden Ländern. Die steuerliche Behandlung einer Erbschaft, die beide Rechtsordnungen betrifft, muss mit einem Steuerberater geprüft werden, der beide Systeme kennt.
Erbschaft, Schenkung und Anticipo de legítima
Das peruanische Recht kennt mehrere Übertragungsmechanismen:
- Erbschaft (testamentarisch oder gesetzlich): Übertragung infolge des Todes des Eigentümers.
- Schenkung (donación): unentgeltliche Übertragung unter Lebenden. Kann spezifische steuerliche Folgen haben.
- Anticipo de legítima: Erbvorbezug zu Lebzeiten, den gesetzlichen Erben vorbehalten. Vor einem Notar formalisiert.
Jeder Mechanismus hat eigene rechtliche, steuerliche und registerrechtliche Folgen. Die Wahl hängt von der familiären, vermögensmässigen und steuerlichen Situation ab. Sie muss mit einem auf peruanisches Erbrecht spezialisierten Anwalt und, für einen Schweizer Investor, mit einem Steuerberater analysiert werden, der beide Rechtsordnungen kennt.
Ist bei einer Erbschaft die Alcabala geschuldet?
Die Alcabala ist die peruanische Handänderungssteuer auf Immobilien. Bei einem klassischen Verkauf geht sie zulasten des Erwerbers.
Eine Übertragung durch Todesfall darf jedoch nicht mit einem Verkauf verwechselt werden. Übertragungen von Todes wegen werden in der Regel gesondert behandelt und folgen nicht der Logik eines gewöhnlichen Immobilienerwerbs.
Das ist ein wichtiger Punkt für Familien: Eine Immobilie durch Erbschaft zu erhalten, ist nicht dasselbe Geschäft wie eine Immobilie zu kaufen. Entscheiden die Erben dagegen später, die Immobilie zu verkaufen, muss der künftige Verkauf nach den dann geltenden Regeln analysiert werden.
Steuern nach der Erbschaft: Mieten, Liegenschaftssteuer, Wertzuwachs
Die Erbschaft ist ein Schritt; die steuerliche Verwaltung der Immobilie nach der Übertragung ist ein anderer. Eine geerbte Immobilie kann danach:
- Mieteinnahmen abwerfen, die der peruanischen Steuer unterliegen (~5 % auf dem Bruttomietertrag für nicht Ansässige, wenn der Mieter in Peru ansässig ist, gemäss den Regeln der SUNAT; Modalitäten zu prüfen).
- Der jährlichen Liegenschaftssteuer (Predial) unterliegen, berechnet auf dem selbstdeklarierten Wert der Immobilie.
- Bei einem Wiederverkauf einen steuerbaren Wertzuwachs erzeugen. Die steuerliche Behandlung des Wertzuwachses hängt vom Wohnsitzstatus des Verkäufers und von den im Zeitpunkt des Geschäfts geltenden Regeln ab.
Auf Schweizer Seite müssen die in Peru erzielten Mieteinnahmen grundsätzlich in der Steuererklärung des Eigentümers erscheinen. Das Doppelbesteuerungsabkommen Schweiz–Peru (in Kraft seit 2014) sieht Mechanismen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung der Einkünfte vor; wenden Sie sich an Ihren Steuerberater.
Übersichtstabelle: Steuer oder Kosten? Wer bezahlt? Wann?
| Posten | Art | Wer bezahlt | Wann |
|---|---|---|---|
| Erbschaftssteuer (Peru) | Nicht existent | — | — |
| Erbschaftssteuer (Schweiz) | Kantonale Steuer | Erben | Je nach Kanton des Verstorbenen |
| Notar (Peru) | Kosten | Erben | Während des Erbschaftsverfahrens |
| Eintragung SUNARP | Kosten | Erben | Nach Anerkennung der Erben |
| Anwalt (Peru) | Kosten | Erben | Während des ganzen Verfahrens |
| Apostille / Übersetzung | Kosten | Erben | Bei ausländischen Dokumenten |
| Alcabala (Übertragung durch Todesfall) | Nicht anwendbar | — | — |
| Alcabala (künftiger Wiederverkauf) | Handänderungssteuer | Käufer | Wenn die Immobilie wieder verkauft wird |
| Liegenschaftssteuer (Predial) | Jährliche Steuer | Eigentümer | Jedes Jahr nach der Übertragung |
| Steuer auf Mieteinnahmen | Steuer der SUNAT | Eigentümer | Wenn die Immobilie vermietet ist |
Was man schon vor dem Kauf vorbereiten sollte
Für einen Schweizer Investor gilt es, Folgendes vorauszusehen:
- Klären, wer die Immobilie halten wird: natürliche Person, Paar, Miteigentum, Struktur?
- Den steuerlichen Wohnsitz des Eigentümers bestimmen.
- Ein stimmiges Testament verfassen, das zur internationalen Situation passt.
- Sicherstellen, dass die Erben von der Immobilie und den nötigen Dokumenten wissen.
- Die Kaufurkunden, Steuerquittungen, Überweisungsbelege und Eintragungen der SUNARP ordentlich aufbewahren.
- Eine Vertrauensperson in Peru bestimmen, die im Todesfall die Schritte koordinieren kann.
- Den Schweizer Steuerberater über die peruanische Immobilie informieren.
Ein internationaler Immobilienwert muss verstanden, belegt und übertragen werden können.
Die Rolle von Swiss Lima Property
Swiss Lima Property ist Ihre Ansprechperson des Vertrauens zwischen der Schweiz und Peru. Dank unseres Netzwerks von Notaren, Anwälten, Steuerexperten und lokalen Fachleuten koordinieren wir die verschiedenen Beteiligten und begleiten Sie bei jedem Schritt, um:
- Zu prüfen, dass das Erwerbsdossier von Anfang an sauber ist (Titel, Eintragung SUNARP, aktuelle Dokumente).
- Die Eigentümer mit qualifizierten peruanischen Anwälten, Notaren und Steuerexperten in Kontakt zu bringen.
- Die Dokumentenverwaltung zwischen der Schweiz und Peru zu erleichtern.
- Die Familien bei Bedarf zu begleiten, in Abstimmung mit den zuständigen Fachleuten.
Wir betonen diesen Punkt: Von der Schweiz aus in Lima zu kaufen, besteht nicht nur darin, ein gutes Quartier oder einen guten Preis zu wählen. Man muss auch das Halten, die Dokumentation und die Übertragung der Immobilie sauber organisieren.